Pressearchiv des Philharmonischen Chores

06.04.2014 Johann Sebastian Bach: Johannespassion

WAZ 10. April 2014
Johannespassion: Innig und ausdrucksstark
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So kam es zu einer bemerkenswert guten Aufführung von Bachs Johannespassion, der sogar eine moderierte Fassung für Kinder und Jugendliche vorausging.
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innig und ausdrucksdifferenziert die Choräle, sicher fließend die Fugen, vehement und deklamatorisch packend die Turba-Chöre des wütenden Volkes.
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KA

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13./14.03.2014 Sinfoniekonzert - Rachmaninow "Die Glocken"

Revierpassagen 15.03.2014

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Und um die Philharmoniker in der Schwelgerei des Klangs und das Konzert in der Kulmination des ideellen Konzepts zum Höhepunkt zu führen, steht am Ende Sergej Rachmaninows Chor-Sinfonie „Die Glocken“ (op. 35) – ein wegen seines gewaltigen Aufwands nicht eben häufig aufgeführtes Werk. Verpflichtet dem morbid-üppigen Luxus eines Zeitalters, das selbstbewusst allen musikalischen Möglichkeiten gebietet; affiziert von einem Symbolismus, der sich wohlig in die Schauer untergründiger Ahnungen kuschelt; aber auch verstört vom existenziellen Grauen eines Edgar Allan Poe, dessen gleichnamiges Gedicht die programmatische Basis der entfesselten Musik bildet. Die Glocken sind ja nicht nur Träger von Klang: Sie stehen für die Lebensstationen des Menschen und sie sind Mahner an verborgene, abgründige, jenseitige Sphären – man mag sie tiefenpsychologisch zu fassen versuchen oder religiös zu ergründen.

Muster an Präsenz und Präzision

Karabits sucht und findet die klanglichen Entsprechungen dieses geistigen Programms in impressionistischer Lyrik und in imperialem Auftrumpfen. Anders als Simon Rattle, der auf CD eine intellektuell durchdrungene, aber klanglich zur Dürre neigende Version vorgelegt hat, scheut der in Kiew ausgebildete Dirigent der Essener Aufführung den Klang als Träger des Ausdrucks nicht. Das ist kein Gegensatz zu Präzision im Detail: die gespenstischen Spiccati des Beginns gelingen ebenso wie ein unheimlich starrer Spieluhren-Rhythmus; instrumentale Details sind expressiv eingearbeitet wie etwa die gestopften Trompeten des zweiten Teils, die den Klangteppich der Streicher pianissimo mit dem Rauch des Unheimlichen verschleiern. Dass Rachmaninow eminent theatralische und atmosphärische Musik geschaffen hat, wird nicht geleugnet.

Und wieder einmal muss Alexander Eberle bescheinigt werden, zu einem großen Moment beigetragen zu haben: Seine Chöre, der Opernchor des Aalto-Theaters und der Philharmonische Chor Essen, sind ein Muster an Präsenz und Präzision: Erst in dem Summchor, der sich ortlos schwebend in den Klang mischt, dann im dynamischen Aufwachsen, das den Klang der Stimmen wie einen Riesenschatten über das Orchester legt. Dass unter den Solisten die Tenorpartie zu leichtgewichtig besetzt wird, scheint sich zu einer Tradition zu versteifen: Alexey Sayapin kämpft gegen den – vom Dirigenten keineswegs zu kräftig entfalteten – Orchesterklang. Sandra Janušaité hat dieses Problem nicht, weil sie einen metallisch leuchtenden, kraftvoll vibrierenden Sopran einsetzt. Alexander Vassiliev muss seinen eher baritonal als „schwarz“ gefärbten Bass in die Höhe treiben – und schafft das ohne Anspannung. Klug konzipiert und künstlerisch gelungen – bei so einem Konzert bleibt kein Wunsch offen!

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18./19.07.2013 Sinfoniekonzert - Gustav Mahler: 2. Sinfonie "Auferstehung"

175 JAHRE PHILHARMONISCHER CHOR ESSEN

10.03.2013 - 1. Festkonzert - ChorForum Essen

 

Chor setzt Glanzpunkt mit Matthäuspassion

Unter den Festveranstaltungen zum 175. Geburtstag des Philharmonischen Chores setzte Chordirektor Alexander Eberle jetzt mit Bachs Matthäuspassion einen ersten Höhepunkt. Der Sitz des ChorForums in der ehemaligen St.Engelbertkirche an der Kronprinzenstraße empfahl such dabei als angemessener Aufführungsort für Konzerte dieser Größenordnung.

Als stattliches Gesangsorgan erwies sich der Jubilar, der qualitativ dem Niveau des früheren Musikvereins entwachsen ist. Kraftvoll und substanziell, wenn auch ohne die letzte Klangbrillanz (die sonst der Aalto-Chor beisteuert), gab sich der Chor, bereichert noch um die Farbnuance des Aalto-Kinderchores, und wusste geschmeidige melodische Linien, polyphones Dickicht und deklamatorische Präsenz auszubalancieren.

Eberle seinerseits schlug gestraffte Tempi an, eher mit dramatisch geschärftem Nerv als zum Niederknien, wobei Mitglieder der Philharmoniker ein souveränes orchestrales Fundament garantierten. Es muss halt nicht immer Barockmusizieren auf historischem Instrumentarium sein. Die tragende solistische Rolle des Evangelisten war bei Andreas Post (obwohl nicht optimal disponiert) in bester Kehle: hell, nachdrücklich, mit messer-scharf eingravierten Rezitativen. Die Jesusworte verströmte Patrick Ruyters voller Noblesse, ebenso wie Antje Bitterlich den Sopransoli anrührende stimmliche Wärme verlieh.

12.03.2013 Klaus Albrecht 

170 Jahre Philharmonischer Chor 2008

Zum Jubiläum ein prächtiger Lobgesang

Der “Philharmonische Chor Essen” feierte sein 170-jähriges Bestehen im Alfried Krupp-Saal der Philharmonie

170 Jahre Philharmonischer Chor Essen: In einer Region, die zwar auf eine lange Geschichte zurückblickt, die aber weder glanzvolle Hofhaltungen noch ein Jahrhunderte altes Opernleben und Konzertleben vorweisen kann, ist allein die Zahl schon ein Ereignis. Beim Jubiläumskonzert im festlich geschmückten – leider nur zu etwa zwei Dritteln besetzten – Alfried Krupp-Saal der Philharmonie, standen Komponisten, die in der Geschichte des früheren “Städtischen Musikvereins” immer eine wichtige Rolle spielten: Mendelssohn Bartholdy, Brahms und Mahler.

Die beiden letzteren standen sogar persönlich am Pult von Chor und Philharmonikern, die auch jetzt die Begleitung übernahmen. Bereits im Schlussatz von Mahlers dritter Sinfonie zeigte sich die Aufbauarbeit, die Leiter Alexander Eberle seit Jahren beim Philharmonischen Chor aber auch als Chordirektor am Aalto, leistet. Denn die Kinderstimmen hätte man vor Jahren noch “einkaufen” müssen. Seit Eberle den Aalto Kinder- und Jugendchor gründete, gibt es so ein Ensemble in direkter Nachbarschaft. Nach Mahler und Brahms’ bekannter “Rhapsodie für Alt, Männerchor und Orchester” zu Goethe-Texten aus dessen winterlicher “Harzreise” mit dem glutvollen Mezzo der Christa Mayer von der Dresdner Staatsoper blickte man nach Frankreich. Francis Poulencs “Gloria” erklang in der ganzen Finesse seiner versteckten Jazz-Rhythmen. Und mit Irena Bespalovaite hatte man eine stilistisch versierte Sopranistin, die bald auch im Aalto im “Rheingold” und der “Zauberflöte” zu erleben ist.

Grandios zeigte sich der Chor schließlich neben Bespalovaite und Tenor Thomas Piffka in Mendelssohns “Lobgesang”. Exquisite Pianokultur trifft auf disziplinierte Klanggewalt, die nie vordergründig wirkt. Glückwunsch!

WAZ Essen, 20.10.2008, Von Dirk Aschendorf

 

„Lobgesang” aus der Gründerzeit

Im Jahre 1838 als „Gesang-Musikverein” gegründet, kann der Philharmonische Chor Essen in diesem Jahr auf eine stolze 170-jährige Geschichte zurückblicken. Eine lange Zeit, in der der Laienchor sich um das Musikleben in der Stadt verdient gemacht hat – egal ob damals mit rund 30 oder heute mit über 130 Sängerinnen und Sängern. So dankte jetzt für das „ehrenamtliche Engagement” Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger in seinem Grußwort beim Jubiläumskonzert in der Philharmonie.

Seit 1997 leitet Alexander Eberle den Philharmonischen Chor, der erst vor wenigen Jahren den traditionsreichen, aber vergilbten Namen „Musikverein” abstreifte, und unterzog ihn einer künstlerischen Verjüngungskur, so dass er heute im wesentliche ohne die professionelle Unterstützung des Aalto-Opernchores seine Konzerte bestreiten kann.

Für das Jubiläumskonzert wählte Eberle eine Werkfolge aus, die zum einen die gesangliche Eigenständigkeit des Chores und seiner Fraktionen hervorkehrte, zum anderen mit Brahms und Mahler zwei der Komponisten berücksichtigte, die mit dem Essener Musikleben zu tun hatten. Der Schluss-Satz aus Mahlers dritter Sinfonie brachte neben den Frauenstimmen des Philharmonischen Chores auch den von Chordirektor Eberle gegründeten Aalto Kinder- und Jugendchor aufs Podium und führte gemeinsam mit den Essener Philharmonikern zu einer stimmigen, verzahnten Ensembleleistung.

Brahmsens Alt-Rhapsodie lebte vom vokalen Zusammenspiel zwischen den samtig intonierenden Männerstimmen und der Solistin Christa Mayer, die ihren Part melodisch tragend und kultiviert in verhaltenem Schmerz verströmte. Mit dem „Gloria” von Francis Poulenc konnte der gemischte Chor demonstrieren, dass er sich fernab von vokaler Massivität in die lichte, freitonale Klangsprache der „Groupe des Six” einzufühlen vermochte, verbunden mit trockener Brillanz und sorgfältiger Deklamation. Ein Genuss dabei auch der kostbare, biegsame Sopran von Irena Bespalovaite.

Nicht fehlen durfte im Programm Felix Mendelssohn Bartholdy aus der Gründerzeit der deutschen Musikvereine. Und mit der Sinfonie-Kantate „Lobgesang” (ohne die sinfonischen drei Sätze) bescherte sich der Philharmonische Chor selbst den großen festlichen Höhepunkt in prächtigem Dur-Schwelgen und harmonischem Ebenmaß. Vom tadellosen a-cappella-Gesang des „Nun danket alle Gott” bis zur akzentuiert fließenden Schlussfuge zeigte das große Gesangsorgan die Facetten seines Könnens und wurden zusätzlich unterstützt von Thomas Piffkas warmherzig tönenden Mozart-tenor und dem ehemaligen Essener Domkantor Jürgen Kursawa an der Kuhn-Orgel.

Lang anhaltender, begeisterter Applaus im gut besetzten Alfried-Krupp-Saal.

NRZ 21.10.2008 / Lokalausgabe KLAUS ALBRECHT





3. Mahler - 2008
(mit den Bochumer Symphonikern und den Essener Philharmonikern)

Mahler in Hülle und Fülle: Von Weltabgeschiedenheit und Waldweben

Philharmonie Essen:

Mahler-Zyklus der Bochumer Symphoniker, 4.4.08
9. Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker, 10.04.08

 

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Dann läßt Alexandra Petersamer ihren üppigen Alt verströmen, man kann nicht anders als diese Gesangsleistung als balsamisch zu beschreiben. Nach Christa Ludwig hat wohl kaum eine Künstlerin diesen Satz und den anschließenden “Glockenton” erfaßter und bewegender gesungen. Mit den Damen des Extrachores des Aaltotheaters und dem Aalto-Kinderchor (Ltg. Alexander Eberle) erklang einmal wirklich überirdisches Himmelsgeläut, um die büßende Seele zu entrücken.

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Der neue Merker – Dirk Altenaar



Orchesterkultur auf höchstem Niveau

Ob Boston Symphony oder Berliner Philharmoniker – an hochkarätigen Ensembles ist in der Essener Philharmonie kein Mangel. Neben den ganz großen Namen bespielen aber auch die Orchester der Region das Haus, die Essener Philharmoniker inbegriffen. Wenn es da zu Programmdopplungen kommt, muss das nicht von Nachteil sein: So hatte das Publikum innerhalb von knapp zwei Monaten die Gelegenheit, ein gewaltiges Werk wie Mahlers dritte Symphonie in zwei unterschiedlichen Interpretationen zu erleben – zunächst von den Bochumer Symphonikern mit Dirigent Steven Sloane (unsere Rezension), jetzt von den „Essenern“ mit Chefdirigent Stefan Soltesz.

Frappierend an der aktuellen Aufführung ist die außerordentlich differenzierte klangliche Behandlung des Orchesters. So sorgfältig und nuanciert ausmusiziert in jeder Instrumentengruppe – von Haupt- und Nebenstimmen zu reden wäre da unsinnig – hört man Mahler kaum einmal. Durch und durch filigran, selbst im extremen Fortissimo noch transparent und gegeneinander abgestuft, dabei von höchster Brillanz, ohne die orchestrale Wucht irgendwie zu mindern – das ist eine Meisterleistung eines Orchesters, das es über weite Strecken mit der absoluten Spitzenklasse aufnehmen kann. Zwar unterlaufen auch den Essener Philharmonikern hin und wieder Patzer, aber angesichts der sonstigen Perfektion fallen kleine Ungenauigkeiten auf, über die man bei den allermeisten Orchestern hinweghören würde. Beeindruckend homogen sind die Streichern (wie auch allen anderen Instrumentengruppen), exzellent die Solo-Bläser (herausragend Klarinettist Harald Hendrichs), und exemplarisch seien noch die bravourösen Harfenistinnen Gabriele Bamberger und Nora Baldini genannt, die mit rhythmischer Härte und Präzision ihren Instrumenten Konturen abgewinnen, wie man sie selten wahrnimmt.

Hatte Steven Sloane mit den Bochumer Symphonikern im Kopfsatz das Collagenhafte wenn auch nicht direkt betont, so doch zumindest berücksichtigt, hört man bei Soltesz stärker den großen symphonischen Aufbau heraus. Immer wieder ist Mahler vorgeworfen worden, „triviale“ Passagen komponiert zu haben. Anders als Sloane – der zum Beispiel manche grelle Marschsequenz hörbar machte – veredelt Soltesz diese Stellen und bettet sie in einen spätromatischen Gestus ein. Sein Mahler ist unter diesem Aspekt „schöner“, aber auch konventioneller als der vielschichtigere Ansatz von Sloane. Im Finalsatz kommen sich beide Dirigenten dagegen durchaus nahe, wenn sie den unerbittlich strengen Rhythmus hervorheben.

Soltesz fasst die letzten drei Sätze zu einer Einheit zusammen, indem er sie nahtlos ohne Pause ineinander übergehen lässt. Das bindet die beiden Vokalsätze in einen großen Zusammenhang ein, allerdings geht die Symmetrie zwischen Kopf- und Finalsatz verloren – restlos überzeugend ist dieser Ansatz nicht. Hinreißend gelingt aber der 5. Satz mit Frauen- und Kinderchor, wo sich zu den prägnant und griffig artikulierenden, dabei klangvoll leuchtend singenden Damen des Extrachores des Aalto Theaters und dem ebenso überzeugenden Aalto Kinderchor (Einstudierung: Alexander Eberle) im Orchester düstere Klänge beimischen, die die Stimmung ins Melancholische wenden. Solistin Alexandra Petersamer fügt sich mit warmer, fast instrumental geführter Stimme klanglich sehr schön ein. Soltesz verleiht allen vier Mittelsätzen, die gerne gegenüber Kopfsatz und Finale an Bedeutung verlieren, das nötige Gewicht. Zum (von Horst-Dieter Westermann sehr weich und gesanglich gespielten) Posthorn-Solo, das ja von Ferne wie von einer anderen Welt tönt, nimmt er das Orchester so sehr ins Pianissimo zurück, dass die Kontraste fast zu sehr aufgehoben sind.

Was man sich bei Stefan Soltesz manchmal wünscht, ist eine größere Spontanität – kein Ton, keine Lautstärke, keine Artikulation ist dem Zufall überlassen, und die Aufführung zeugt auch von außerordentlicher Probendisziplin. Aber es bleibt auch ein Moment der Distanz. Sloanes Interpretation war unmittelbarer, in gewisser Hinsicht emotionaler. Soltesz ist, so zumindest das subjektive Empfinden, der grandiose Baumeister, der keinesfalls glättet (er geht mit den Lautstärken bis an die Schmerzgrenze), aber weniger aus dem Augenblick heraus dirigiert. Auch Sloane ist kein „Bauchdirigent“ (das wäre eher Toshiyuki Kamioka, Chefdirigent in der Nachbarstadt Wuppertal, zu nennen), aber seine Interpretation ist unmittelbarer, direkter. Bezeichnend sind in diesem Zusammenhang die Publikumsreaktionen: Bei Sloane und den „Bochumern“ sofort standing ovations, bei Soltesz und den „Essenern“ kultivierter, vergleichsweise verhaltener Applaus mit vereinzelten bravi. Das mag an der Publikumsstruktur liegen, aber auch die kommt ja nicht von irgendwie. Ein Werturteil sollte man indes daraus nicht ableiten: Grandios waren beide Aufführungen. Wollte man da einen Sieger krönen, so müsste es das Publikum sein.
OMM Stefan Schmöe

 

Gewaltsame Exzesse, nobel gefasst Mahler

Mit Mahlers Dritter Symphonie haben die Essener Philharmoniker den Anspruch untermauert, zu den ersten Klangkörpern dieses Landes aufzuschließen

Stefan Soltesz verschenkt nichts. Er ist Musikdramatiker genug, um die Hörner ihre pointierten Schritte zu Beginn von Mahlers Dritter Symphonie mit gebremster Energie gehen zu lassen. Für diesen riesigen ersten Satz braucht er Reserven, will er die Höhepunkte spannungsvoll ansteuern. So nimmt Soltesz die reaktionsscharf und detailgenau spielenden Essener Philharmoniker mit hinein in eine konsequent gestaltete Steigerung.

Wie ein schwerfälliger Riese tappt ein düster monumentaler Trauermarsch los. Im pianissimo schreiten Pauken in der Ferne. Fahle Klarinetten und murmelnde Celli staffeln die Einleitung plastisch auf. Und dann fahren Bläser mit Triangelgeklimper hinein, als gelte es, einen k.u.k.-Parademarsch an einem fröhlichen Sonntagmorgen zu schmettern. Dass ihn grelle Flöten nicht brillant überhöhen, sondern mit schmerzhafter Oberstimme aufbrechen, lässt die Stimmung kippen: Soltesz ist die Mahlersche Zerrissenheit nicht fremd.

Ausschlachten wird der so maßvoll wie bewusst agierende General am Pult diese schrillen Brüche jedoch nicht. Soltesz ist wiederum viel zu reflektierter Symphoniker, um Mahlers sechs Sätze bloß als Material für eine dramatische Darstellung, etwa im Sinne von Mahlers zurückgezogenen programmatischen Aussagen, zu sichten.

Bei allem musikalisch organisiertem Chaos will Soltesz das riesige Gebilde weiträumig unter Kontrolle behalten. So bleiben auch gewaltsame Exzesse nobel gefasst. Trivialitäten werden nicht ordinär ausgestellt. Soltesz macht mit feinsten Lasuren im Klang und ausgefeilten Rückungen in der Balance immer wieder klar, dass die Idylle gefährdet ist. Aber er behauptet auch, dass diese Mahler-Welt noch zusammenhält, wenn er die schroffen Eruptionen in den Gesamtklang einbindet.

Ein solcher Ansatz ist nicht mit Schönfärberei zu verwechseln, denn Soltesz geht es nicht um den puren Klangeffekt. Der viel gescholtene Posthorn-Auftritt – Horst-Dieter Westermann bläst nahezu unfehlbar aus weiter, weiter Ferne – rückt ins Melancholische; der letzte Satz strömt weiträumig dahin, ohne die verstörenden Klippen zu glätten. Alt-Solistin Alexandra Petersamer veredelt die Worte aus Nietzsches “Zarathustra” mit wundervoll entspanntem Rezitativton.Die Dritte Symphonie in d-Moll von Gustav Mahler ist eine Symphonie in sechs Sätzen für großes Orchester, Altsolo, Knabenchor und Frauenchor.

Die Sinfonie ist mit einer ungefähren Spieldauer von 95 Minuten Mahlers längstes Werk.

Es gilt zugleich als die längste Sinfonie, die je komponiert wurde.

WAZ Essen, 13.04.2008, Von Werner Häußner



Ein wahrhaft monumentaler Koloss

KONZERT. Philharmoniker für Mahlers “Wunderhornsinfonie” vom Publikum gefeiert.

Schon bei ihrer Uraufführung im Jahre 1902 in Krefeld war die “Dritte” von Gustav Mahler ein voller Erfolg, und auch jetzt im Rahmen des 9. Sinfoniekonzertes ernteten die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Soltesz mit dem gewaltigen, abendfüllenden Werk begeisterten Applaus.

Als ausgewiesener Wagner- und Straussexperte ist Essens GMD naturgemäß auch in der schwelgerisch-opulenten Welt Mahlers zu Hause, was er mit der herausragenden Wiedergabe dieser “Wunderhornsinfonie” einmal mehr eindrucksvoll bewies. Souverän steuerte Soltesz den riesigen Klangapparat (darunter allein acht Schlagzeuger), den der Komponist nur noch mit seiner “Achten” übertraf, und realisierte dabei die in der Partitur eingeforderten mystischen Raumwirkungen. Die Chöre “in der Höhe” waren samt Glocken auf der Orchesterempore des Alfried-Krupp-Saales platziert, das ausgedehnte Posthornsolo mit seiner besänftigenden, elysischen Kantilene tönte unsichtbar und schwer zu orten “wie aus der Ferne” herab.

Und als sei es nicht schon schwierig genug, eine so groß dimensionierte Sinfonie neunzig Minuten unter Spannung zu halten, gönnte Soltesz sich und seinen Philharmonikern noch fast eine Viertelstunde länger ohne irgendeine Einbuße an Intensität.

Schon der erste Satz, wie eine Sinfonie in der Sinfonie, enthielt Mahlers ganzen musikalischen Kosmos mit seinen Widersprüchlichkeiten in sich: den Ländler, der zum Militärmarsch mutiert, banalen Kirmeslärm und subtile Schönheit, den schroffen, spröden Gestus und die naturhaft-seelischen Aufhellungen. Die Essener Philharmoniker wussten – ob Hörnereinsatz, launig herausgeschleuderte Holzbläsersoli oder kristallklares Fortissimo – in allen Belangen zu überzeugen und den typischen gebrochenen Ausdruckscharakter der Sätze herauszustellen, so wie sich das charmante Gesicht des Menuetts immer wieder zu skurrilen Grimassen verzog.

Spähre des Himmlischen

Alexandra Petersamer gab mit ihrem wunderbar tragenden, runden Alt die Worte aus Nietzsches “Zarathustra”, Kinder- und Damenextrachor des Aalto-Theaters (Einstudierung: Alexander Eberle) meisterten tadellos das “Bimm-bamm” und den “Wunderhorn”-Text, bevor das Orchester endgültig in die Sphäre des Himmlischen eindrang und den monumentalen Koloss mit einem Brucknerhaft zelebrierten Adagio-Satz zu beenden.

NRZ Essen, 13.04.2008, KLAUS ALBRECHT





Verdi: Requiem - 2007

Ein Parforce-Ritt durch Himmel und Hölle

Philharmoniker unter Stefan Soltesz beenden die Konzertsaison mit einer detailreichen Aufführung von Verdis “Requiem”

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Hier gebührt dem von Alexander Eberle sorgfältig einstudierten Ensemble aus Opern-, Extra- und Philharmonischem Chor besonderes Lob. Denn der bewegte sich nicht nur sicher, sondern auch gestaltend, vom eingangs flüsternden Introitus bis hin zu den packenden Tutti-Passagen im “Dies irae” oder “Sanctus”. In diesen durch Ferntrompeten verstärkten Stellen entfesselte Stefan Soltesz mit den Philharmonikern zuweilen ein wahres Pandämonium.

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Dirk Aschendorf 15.06.2007 WAZ



Monumentale Opern-Messe

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Schon das gewaltige Chororgan aus Oper- und Extrachor des Aalto-Theaters und Philharmonischem Chor Essen (Einstudierung: Alexander Eberle) ließ keine Wünsche offen. Seine Kraft vermochte auch dem orchestralen Höllenpfuhl des “Dies irae” mühelos standzuhalten, das “Requiem aeternam” hatte noch im Pianissimo stimmliche Substanz. Punktgenaue, fließende Fugenpassagen kamen ebenso überzeugend wie das psalmodierte “Libera me”. Nicht nur dort war die stilistische Nähe zu “Aida” spürbar.

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KLAUS ALBRECHT 17.06.2007 NRZ



Brahms: Ein deutsches Requiem - 2006

Große Gefühle zum Saisonfinale

Philharmoniker und Philharmonischer Chor führten “Ein deutsches Requiem” von Brahms auf.

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Chordirektor Alexander Eberle aber ist es wohl zu einem wesentlichen Teil zu verdanken, dass die musikalische Umsetzung niemals überfrachtet wirkte. Wenn es darauf ankommt, ist der riesige Philharmonische Chor eben in der Lage, sich dynamisch ganz weit zurückzunehmen – und bleibt dabei dennoch stets präsent. Am Ende gab es den üblich großen Beifall von einem Publikum, das allerdings während der Aufführung selbst von Stefan Soltesz nicht zur Ruhe zu bringen war – trotz eindeutiger Gestik.

Christoph Dittmann 10.06.2006 WAZ



Bei der Totenmesse wahren Trost verströmt

“Ein deutsches Reqiuem” in der Philharmonie unterstrich zum Ausklang der Saison Essens musikhistorische Bedeutung.

... Damals sang der Essener Musikverein dieses vom Chor getragene Requiem, jetzt der aus ihm hervorgegangene Philharmonische Chor Essen.

Zweireihig umschließt das stattliche Organ im Halbkreis das Orchester, was nicht nur gut aussieht, sondern auch akustisch von Vorteil ist. Nicht nur den dynamischen Höhepunkten, sondern auch dem fast sprachlosen Pianissimo wusste der Chor tonvoll Gestalt zu verleihen. Chordirektor Alexander Eberle hat seine Stimmen gut austariert und ein betont homogenes, schmelzendes Klangbild anvisiert, freilich mit Abstrichen bei der Textdeklamation, der Transparenz in den Fugensätzen wie auch manch greller Sopranspitze.

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KLAUS ALBRECHT 09.06.2006 NRZ



II. Mahler - 2005

Imposantes Tongemälde

Gustav Mahlers Zweite im 10. Sinfoniekonzert war für die Essener Philharmoniker ein wahrer Kraftakt. Für das Publikum war es eine wahre Freude.

 

Die Monumentalsinfonik der Spätromantik hat Generalmusikdirektor Stefan Soltesz gleich im Doppelpack an das Ende der Konzertsaison gestellt: die Zweite von Gustav Mahler jetzt und Bruckners ebenso abendfüllende Fünfte im nächsten Monat sind zwei gewaltige Kraftakte hintereinander für die Essener Philharmoniker. Und eine besondere Freude fürs Publikum. Denn als der Schluss-Chor im dreifachen Forte das “Auferstehn, ja auferstehn!” zur höchsten Kraftentfaltung” des Orchesters samt Röhrenglocken und vollem Orgelwerk absolviert hatte, wollte die Begeisterung in der Philharmonie kein Ende nehmen.

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Alexandra Petersamer (Mezzosopran) gab die tröstlichen “Urlicht”- Worte in üppig-warmer Legato-Kultur, im 5. Satz von Aga Mikolaj (Sopran) adäquat flankiert. Der Chor aus Aalto-Opern- und Extrachor, Philharmonischem Chor Essen und Mädchenchor am Dom ist im Alfried-Krupp-Saal günstig im Halbrund über dem Orchester platziert und wusste sprachloses Wunder wie entfesselte Wucht gleichermaßen überzeugend zu vermitteln.

KLAUS ALBRECHT 16.05.2005 NRZ

 

Essen wird zur Mahler-Hochburg

Stefan Soltesz dirigierte die Zweite

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Die vereinten Chöre – von Alexander Eberle und Raimund Wippermann vorbereitet: Opern- und Extraxchor des Aalto-Theaters, Philharmonischer Chor, Mädchenchor am Essener Dom – entwickelten im Finale nuanciert ein geschickt ausgelotetes Wort-Ton-Verhältnis. Mit vielen dynamischen Stufungen. Dazu gesellten sich mit der Sopranistin Aga Mikolaj und der Mezzosopranistin Alexandra Petersamer, die auch schon mit den Duisburgern Mahler sang, zwei Solistinnen, die Ausdruck nicht mit Pathos verwechseln. Sehr innig leuchtete Alexandra Petersamer das entrückte “Urlicht” aus.

 

Michael Stenger 14.05.2005 WAZ





Nänie - 2004

Pianist versenkt sich in die Partitur

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Dies schimmerte auch in der ansonsten ausgewogenen Interpretation von Beethovens 8. Sinfonie durch. Soltesz trieb die beiden Ecksätze mit viel Brio und hohem Tempo voran, legte Gewicht auf das tänzerische Element und formte etwa im dritten Satz ein wunderschönes Trio. Überzeugend auch Johannes Brahms’ “Nänie” mit dem Philharmonischen Chor auf der Chorempore. Dem Abend hätte allerdings mehr stilistische Vielfalt als Kontrapunkt zu den beiden Klassik-Hits gut getan.

Michael Kohlstadt 06.11.2004 WAZ

 

Wohlgesetzte Akzente statt breitem Pathos

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Brahmsens “Nänie” für Chor und Orchester nach Schillers mythologisch gewichtigem Text entwickelte Soltesz in schmelzend-opulentem Klangbild. Der “Philharmonische Chor Essener Musikverein”, vorteilhaft auf dem Rang über dem Orchester platziert, wirkte im Forte etwas massiv, wusste sich aber vom schlichten a-cappella-Satz bis in die mehrstimmigen Verwebungen und Aufschwünge souverän zu behaupten. Das “Deutsche Requiem” war da zum Greifen nah.

KLAUS ALBRECHT 05.11.2004 NRZ



Verdi: Requiem - 2003

Monumentale Totenmesse kristallklar umgesetzt

Unter der Leitung des Generalmusikdirektors Stefan Soltesz meisterten die Philharmoniker, die Chöre und Gesangs-Solisten Verdis “Requiem” im Aalto-Theater bravurös.


Der Philharmonische Chor Essener Musikverein mit Opern- und Extrachor des Aalto-Theaters (Einstudierung: Alexander Eberle) setzten sich nicht nur mühelos über das Orchester hinweg, sondern bestachen ebenso durch die schlichte Andacht und die spannungsvoll geflüsterte Deklamation. Gern hätte Stefan Soltesz wohl den versöhnlichen Schluss entgegen dem spontan einsetzenden Applaus mit einem Moment der Stille ausklingen lassen.

KLAUS ALBRECHT 05.11.2003 NRZ

 

Eine Totenmesse mit dem Atem der Oper

Verdi-Requiem in der Grugahalle: Konzert der Extraklasse in staubtrockener Akustik

Es ist ein Kreuz mit der Diaspora der philharmonischen Konzerte. Nachdem nun auch das Aalto-Theater bis Oktober ausfällt, wichen die Philharmoniker zum Saisonauftakt in die Grugahalle aus.

Doch es sind gerade solche problematischen Situationen, in denen sich die Spreu vom Weizen trennt. Hier, wo jede kleinste Unachtsamkeit im Orchester, jedes geringste Nachklappen der Choreinsätze gnadenlos zutage getreten wären, zeigten Orchester und die von Alexander Eberle einstudierten Opern- und Philharmonischen Chöre ihre Extraklasse. Makellose Bläser, ein mal strahlendes, mal drohend aufgerautes Blech, eine homogene Streichergruppe – was will man mehr?

Michael Kohlstadt 13.09.2003 WAZ



Die Jahreszeiten - 2003

Barock-Experte lässt es kräftig knallen

An den Oratorien von Joseph Haydn versuchen sich viele. Das Ergebnis ist meist brav, nicht selten auch einschläfernd. Das umjubelte 11. Sinfoniekonzert im Aalto-Theater bewies, dass es auch anders geht.

Nicht nur hier lässt es Barock-Experte Howard Arman mächtig knallen. Vom Hammerflügel aus hat er den lebendig und präzise agierenden Philharmonischen Chor (vorbereitet von Alexander Eberle) fest im Griff. Der vor allem die Rezitative der Solisten begleitende Hammerflügel macht stellenweise auch den Klang der hervorragend motivierten Philharmoniker runder.

Markus Bruderreck 27.05.2003 WAZ

 

Funkelnde Farben des Frühlings

Howard Arman präsentierte im Aalto-Theater Joseph Haydns “Jahreszeiten” – als taufrisches Werk im Rahmen des 11. Sinfoniekonzerts.


Arman modellierte ohne Taktstock, dafür aber geradezu anspringend, lebhaft umherwandernd und mit dem ganzen Körper ausschwingend. Die “Burschen und Mädchen” des Philharmonischen Chores Essener Musikverein (Einstudierung: Alexander Eberle) wussten als Landvolk mit tadellosen Höhen und durchsichtiger Mehrstimmigkeit zu gefallen, ließen sich aber nur bedingt vom Temperament des Dirigenten anstecken.

KLAUS ALBRECHT 27.05.2003 NRZ



Daphnis et Chloe - 2002

Im Rausch der Klangfarben

Die Magie des Klanges und ein faszinierendes Fest musikalischer Farben bescherte das 5. Sinfoniekonzert im Aalto-Theater.
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Zum Schluss dann Maurice Ravels opulente Ballett-Suite “Daphnis et Chloe´”, ein Meisterwerk impressionistischer Klangfarben-Komposition. Soltesz fächert hier feinsinnig auf, sorgt auch noch bis in die kleinsten Verästelungen hinein für Klarheit und Linie. Die Vokalisen, die der von Alexander Eberle bestens vorbereitete Philharmonische Chor beisteuert, erweitern das ohnehin üppige Spektrum um eine weiter Dimension. Sie fügen sich harmonisch ein in den gewaltigen Klangapparat, den Soltesz in der für den Konzertbetrieb nicht unproblematischen Akustik des Opernhauses wunderbar zu steuern weiß.

Michael Kohlstadt 18.12.2002 WAZ

 

Meister am Cello und im Teamspiel

Überzeugender wirkte dennoch Ravels Suite Nr.2 aus “Daphnis et Chloé”, Inbegriff des prachtvollen impressionistischen Klangzaubers. Soltesz ließ der Musik Zeit zum Ausschwingen und fügte die zahllosen, brillant wiedergegebenen Details (nicht nur der Flötengruppe) zum dichten Stimmungsgemälde vom langsamen Erwachen des Tages bis zum ekstatisch angetriebenen Tanz.
Der Philharmonische Chor Essener Musikverein (Einstudierung: Alexander Eberle) lieferte dazu sonore Vokalisen, wie Stimmen der Natur.

KLAUS ALBRECHT 16.12.2002 NRZ



Sommernachtstraum - 2002

Sinfonie mit Wellblech und Kaffeemühlen

 

Trotzdem hatte Soltesz “vorsichtshalber” mit Mendelssohns Musik zum “Sommernachtstraum” vertraute Töne als Kontrast aufs Programm gesetzt. Da durfte man sich freuen über bekannte Orchesterhits, elanvoll, schlank und duftig-leicht gespielt, tadellos dabei Olatz Saitua-Iribar (Sopran) und Gritt Gnauck (Mezzo) sowie der Damenchor aus Musikverein und Extrachor.

 

KLAUS ALBRECHT 27.05.2002 NRZ



IX. Beethoven 2002

Beethovens Neunte drängt spürbar zum Finale

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Während der Opernchor und Extra-Chor unter Alexander Eberle einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, bleibt das Solistenquartett eher blass. Am meisten überzeugen hier noch Antra Bigaca (Mezzosopran) und Karl-Heinz Lehner (Bass)....


Markus Brudereck 17.01.2002 WAZ


Beethovens “Neunte” zügig gestrichen und gekürzt

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Das Riesenorgan aus Philharmonischem Chor Essener Musikverein und Oper-/Extrachor (Einstudierung: Alexander Eberle) schwankte etwas zwischen beweglichem und massivem Einsatz, meisterte aber gerade die unangenehm hohen Stimmeinsätze gut.

KLAUS ALBRECHT 13.01.2002 NRZ



Händel - Alexanderfest 2001

 

Feine Detailarbeit

... Die Stärke des Essener Musikvereins lag im vollen Chorklang der großen Szenen und in der mit den Solisten klar gestalteten Schlussfuge....

 

Dirk Aschendorf WAZ 05.07.2001

 

Ausflug in die Mischwelt zwischen Barock und Klassik

 

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Den Philharmonischen Chor Essener Musikverein hatte Alexander Eberle geschliffen vorbereitet und offenbar einer stimmlichen Verjüngungskur unterzogen. Expressiv und wohltönend noch im hohen Sopranpiano kamen die Sätze, delikat und kultiviert das nicht enden wollende “Lobgeschrei”....

Klaus Albrecht NRZ 04.07.2001

 

 

Bruckner - Te Deum 2000

Als wären Himmel und Hölle zusammen

Milan Horvat gibt Bruckner mit den Philharmonikern

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Beim Te Deum wurde der Philharmonische Chor durch den Essener Musikverein unterstützt. Alexander Eberle war für die Einstudierung verantwortlich. Feine Dynamik bis in gehauchte Pianissimi gelangen, um das Mystische dieser Musik zum Ausdruck zu bringen. Allerdings hatte man manchmal den Eindruck, dass der Chor auch überdeckt wurde. Die Solisten strahlend: Ingrid Kaiserfeld, Gritt Gnauck, Jeffrey Dowd und Georg Zeppenfeld, der als Bassist sein Debüt bei den Philharmonikern gab.


DG – WAZ 15.11.2000

G. Rossini - Stabat Mater 2000

Musizieren aus einem Guss

 

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Nach der Pause kam Gioacchino Rossinis “Stabat mater” mit einem blendenden Solistenquartett, dem Philharmonischen Chor, dem Essener Musikverein, dem Extrachor des Aalto-Theater sowie Mitgliedern des Opernchores und den Essener Philharmonikern zur Aufführung, einer mitreißenden Aufführung. Die Ausdrucksintensität dieses Werks, der Rossini-Ton, die Gefühlstiefe, die Vitalität, die dunkle Leuchtkraft -, alles war da. Silvana Dussmann (Sopran), Ensemblemitglied am Aalto-Theater, Ildiko Szönyi (Mezzosopran), der chilenische Tenor Felipe Rojas und das Ensemblemitglied Almas Svilpa (Bass) gaben ihren Partien jene Strahlkraft, die zum Werk gehört, zugleich fanden sie mit Chor und Orcherster zu einem

 

Musizieren aus einem Guss.

 

DG -WAZ 26.06.2000



Schubert - Messe in G 1999

Baumeister der tönenden Kathedrale


4. Sinfoniekonzert

 

Keine der großen Requiems-Vertonungen gab es im Chorkonzert der Philharmonie zum Gedenkmonat November. Im Gegenteil: Mit Schuberts früher G-Dur-Messe wurde der Zuhörer durch überschaubare und leichte Gefilde geleitet, um danach in den Monumentalbau Brucknerscher Sinfonik einzutreten.

 

...Ebenmaß und weiche Rundung bestimmten das homogene Klangbild zwischen Orchester und dem Philharmonischen Chor Essener Musikverein, den Alexander Eberle sorgfältig vorbereitet und zu bemerkenswerter stimmlicher Leichtigkeit etwa in der Osanna-Fuge gebracht hatte....

 

KLAUS ALBRECHT – NRZ 03.11.1999



Mozart-Requiem 1999

Auch leise mit großem Orchester


Lombardis Vanitas? in Essen

 

...Mozarts Requiem im Anschluss brachte mehr Tröstung als Lombardi, zumal Soltesz weich fließende Vokallinien und warm leuchtende Holzbläserfarben hervorlockte und dennoch mit gehörigem Feuer durch Dies irae und Confutatis fegte. Bemerkenswert verfeinerten Chorgesang ließen Musikverein und Extrachor des Theaters (Einstudierung: Alexander Eberle) hören.

 

KLAUS ALBRECHT/NRZ 15.06.1999



Chorfantasie 1998

Freundlich gestimmt in Moll


Das 3. Philharmonische Konzert wurde zum reinen Beethoven-Abend

Nicht die Ewigkeitsworte der Totenmesse ertönten im diesjährigen November-Chorkonzert der Essener Philharmoniker, sondern Freimaurer-Verse von Liebe, Kunst und Schönheit...


In der Chorfantasie, diesem eigenartigen Stück, das das “Freude, schöner Götterfunken” vorformuliert, aber wegen des ungemeinen Aufführungsaufwands nur selten zu hören ist, kam El Bacha nochmals virtuos zum Einsatz. Und überließ dann das Feld den vier Solisten des Aalto-Ensembles und dem Riesenchor aus Musikverein und Theater-Extrachor, der kraftvoll, aber ohne Massivität, die Göttergunst beschwor. Der Applaus war sicher.

 

KLAUS ALBRECHT NRZ 17.11.1998



Carmina Burana 1998

Eine brillante Carmina Burana


Sinfoniekonzert der Philharmoniker

 

Generalmusikdirektor Stefan Soltesz darf zufrieden sein...

 

... Opern- und Extrachor des Theaters (Einstudierung: Dietrich Gerpheide), der seit neuestem so genannte Philharmonische Chor Essener Musikverein (Alexander Eberle) und die Essener Domsingknaben (Georg Sump) bildeten ein äußerst respektables Gesangsorgan, bekanntlich das Rückgrat der Carmina. Souverän und ohne brutale Schärfe setzte sich dieser Chor gleich im gewaltigen, bewusst deklamierten O Fortuna noch über das Riesenorchester hinweg, wusste sich aber auch bis in die sicheren Sopranhöhen lyrisch zurückzunehmen für den Zauber der ersten Frühlingswehen....

 

 

KLAUS ALBRECHT NRZ 08.06.1998



1. Walpurgisnacht 22.+23.11.1997

Sinfonisches Bonbon zergeht auf der Zunge

 

1. Sinfonie von Brahms krönt Konzert im Saalbau

 

Lebendiges und spannungsreiches Musizieren prägte das 3. Sinfoniekonzert im Saalbau. Unter der Leitung von Stefan Soltesz erklangen Die erste Walpurgisnacht von Mendelssohn und die 1. Sinfonie von Brahms.

 

Bevor Goethes Geister in der Vertonung Mendelssohns den Saal erobern konnten, wurde es auf der Bühne eng. Der Opernchor des Theaters (Einstudierung: Dietrich D. Gerpeheide), der Essener Musikverein (Alexander Eberle), die Philharmoniker und vier Gesangssolisten halfen, den Spuk zu entfesseln.

 

Ein wohltuend weiches und glänzendes Klangbild zeichnete das einleitende Orchestertutti aus. Mit hellen Stimmen fiel der Chor ein, um den Mai zu besingen: Die Frühlingsstimmung steckte an, obschon die Frauen die Spitzentöne gelegentlich etwas tief intonierten. Eindrucksvoll gelang dem Chor aber das Rundgeheule, mit dem die dumpfen Pfaffenchristen vertrieben wurden. Durch deutliche Artikulation des Textes erhielt die Aufforderung Kommt mit Zacken und mit Gabeln großen Nachdruck.

 

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Anke Demirsoy WAZ 25.11.1997



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